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Das Wiedererwachen
Die Steinheilkunde am Ende des 20. Jahrhunderts
Das plötzliche und unverhoffte Wiedererwachen der Steinheilkunde nach fast zweihundertjährigem Dornröschenschlaf begann 1983. Damals publizierte Mellie Uyldert in den Niederlanden ihr Buch »Verborgen krachten der edelstenen«, zu dem beinahe zeitgleich in England »Cosmic Crystals« von Ra Bonewitz und in den USA »Crystal Healing« von Daya Sarai Chocron erschienen. Diesem dreifachen Auftakt folgten schon nach zwei Jahren vier weitere Pionierarbeiten: In den USA 1985 zunächst Katrina Raphaells »Crystal Enlightenment« und das sehr komplexe Werk von Gurudas, »Gern Elixirs and Vibrational Healing«, welches die Verwendung von Edelstein-Essenzen beschreibt. Edelstein-Essenzen sind mit Bachblüten vergleichbar und werden durch das Einlegen von Steinen in Flüssigkeiten hergestellt. Auch hierfür gab es zeitgleich eine Parallele in den Niederlanden: Amandus Korse veröffentlichte ebenfalls 1985 sein »Handboekje van de Edelsteen-Remedies«. Korse ist Inhaber der Firma Groene Toermalijn, die schon seit 1981 Edelstein-Essenzen produziert. Im selben Jahr erschien auch »Die Edelsteinmedizin der heiligen Hildegard« von Hertzka und Strehlow, welche erstmals wieder an die mittelalterliche Tradition anknüpfte. Von 1985 an riß die Folge neuer Publikationen dann nicht mehr ab - die Zahl der Buchtitel stieg in wenigen Jahren von den genannten sieben auf mehr als 120 Titel an.
Im nächsten Jahrzehnt folgten weitere bemerkenswerte Arbeiten, wobei die Entwicklung in den USA mehr und mehr zu einer edelsteinunterstützten Psychotherapie tendierte, während in Europa eine körperbezogenere naturheilkundliche Richtung wuchs. Gegenseitige Einflüsse blieben natürlich nicht aus, allerdings flössen eindeutig mehr Information aus den USA nach Europa als umgekehrt. Wichtige Personen und Publikationen, die auch die deutsche Steinheilkunde nachhaltig prägten, sind Scott Cunningham,
Michael & Ginny Katz, Jane Ann Dow und schließlich Melody, die inzwischen weltweit bekannteste Autorin und Edelsteintherapeutin.
In Europa entwickelten sich in dieser Zeit verschiedene Richtungen:
Während die Werke von Ursula Klinger-Raatz sowie Antje & Helmut G. Hofmann Ende der 80er Jahre noch ganz in der Tradition von Chocron, Uyldert und Raphaell standen, entwickelte Elke Lopes Anfang der 90er )ahre aus der anfänglichen Anlehnung an Gurudas eine eigenständige, von der chinesischen Medizin inspirierte Therapie, die Esoterische Steinheilkunde. Ebenfalls eigenständig zeigte Anita Bind-Klinger 1992 einen meditativen Zugang zum Körperbewußtsein und der Heilung mit Edelsteinen auf. Dieser sehr interessante Ansatz wurde jedoch unverdientermaßen wenig beachtet, da im selben Jahr in der Schweiz eine kleine Broschüre mit dem Titel »Die Kraft der Steine« erschien, welche erstmals Informationen und Abbildungen zu Heilsteinen übersichtlich zusammenfaßte und alphabetisch auflistete. Deren Auflage ging in Kürze in die Hunderttausende und sorgte maßgeblich für die plötzlich explodierende Nachfrage nach Heilsteinen.
Bis zur Mitte der 90er Jahre blieb die Steinheilkunde sehr von esoterischem Gedankengut geprägt. Aura- und Chakraarbeit, Channeling und Reinkarnationstherapie waren jene Richtungen, die deutlich dominierten, während Verbindungen zu althergebrachten Naturheilverfahren wie der Homöopathie, der Kräuterheilkunde oder Akupunktur noch kaum vorhanden waren. Einen Überblick über die Philosophie und Betrachtungen der gesamten esoterisch orientierten Edelsteintherapie bietet Katrina Raphaell in »Botschaft der Kristalle« - ein Buch, das vor allem zum Verständnis vieler Autoren aus den USA (Cunningham, Melody) notwendig ist.
Quelle: Cairn Elen Lebensschule, Steinheilkunde, Ein Leitfaden Verlag NEUE ERDE |